Pseudolandmenschen am Meer. Endlich konnte ich mir einen Jugendalptraum erfüllen und mich an Deck eines Bootes im Bikini räkeln bis mir das Gesäß genug eingesalzen erschien. Ich hatte mich schon immer gefragt, warum Frauen das machen, nun weiß ich, dass es mit Konservieren und Haltbarkeitsverlängerung zu tun haben muss.
“Is dea Opa dea Appetän?”, fragte das Kind unablässig aus seiner zu großen Schwimmweste heraus. Oder “Das is justig! Is dain Popo auch naß?”. Wir waren froh, dass es mal nicht fragte “Hat dea Opa ainen Asenmäa? Ich muss das gjas mähn. Hast du majne Motoasense mitbjacht?”
Der Mann war froh einmal nichts tun zu müssen außer die Seele und ein paar umgehängte Kameras baumeln zu lassen. Ich bin stolz auf ihn, er sieht aus wie ein echter Urlauber. Er trägt sogar Badehose und Schlapfen. Bei soviel nackter Haut kommt es manchmal sogar zu knisternder Spannung, wenn wir uns gegenseitig die Gelsenstiche zeigen.  
Ungewöhnlich ist für uns die Vielzahl an Menschen um uns herum. Was fragt man die? Worüber unterhält man sich? Die haben ja keine Kühe. Außer es landen welche am Teller. Ich bin ja von meinen Balkanwurzeln schon so weit entfernt. Ich hatte völlig vergessen, dass die Essensportionen so bemessen wurden, dass ja mehr übrig blieb als man essen konnte.

Dieser Tatsache könnten sich durchaus einmal ein paar Forscher widmen. Ich habe im Moment keine Zeit, da ich damit beschäftigt bin mehrmals am Tag den langen Schnitt auf meinem Fußballen zu inspizieren und dankbar für die Hornhaut meiner Landfrauenfüße zu sein, die mich vor gröberem Schaden bewahrt hat. Das würde dem Mann sicher nicht gefallen, wenn er Kameras, das Kind und mich hier herumtragen müsste.

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