Es herbstlt. Die Blätter werden gelb, rot, braun, die Landschaft zieren Botschaften in Türkis und Blau. „Klarheit schaffen.“ will der Eine. Ich sehe mich um, alles gut und deutlich zu sehen. Die Häuser mit ihren schmucken, geblümten Vorgärten. Die gemähten Wiesen. Vielleicht meint er den bald aufziehenden herbstlichen Nebel. Der ist auch recht lästig. Da hätt ich die eine (!) Frau im Kopftuch, die völlig unkontrolliert mit ihrem Kind durchs Dorf migriert, gar nicht gesehen. Also so eine mit einem schwarzen Kopftuch, nicht so ein buntes, wie es die Nachbarbäuerinnen bei der Arbeit tragen. 


Für die Bauern ist auch alles klar. Nach der Arbeit, rauf auf den Traktor und ab zur „Nebenerwerbsarbeit“ auf dem Hof. Zum Glück haben die einen 24-Stunden-Tag und kommen nicht viel zum Nachdenken, sonst würden sie sich fragen, warum die Herstellung von dem, was jeder Mensch zum Leben braucht, eigentlich „Nebenerwerb“ heißt und warum man davon nicht leben kann. 
Und dann ist da noch die Sache mit der Angst, dass die Österreicher ihre Identität verlieren. Völlig verständlich! Mir sind da in letzter Zeit einige skandalöse Dinge aufgefallen.
Zum Beispiel trägt hier niemand Lederhose oder Dirndl. Nicht einmal die Frauen im Dorfgeschäft! Wo übrigens neuerdings Hummus im Kühlregal neben der Bratlfettn zu finden ist. A Wahnsinn! Es geht auch keiner mit Schnitzelsemmeln herum, um ein Zeichen zu setzen. Und freundlich sind die alle. Regelrecht infiziert vom Willkommenskultur-Virus.
Am schlimmsten war‘s ja als der Mann ein totes Reh im Garten gefunden hatte und den Jäger rufen musste. Der Zustand des Rehs war schon schlimm genug aber der Zustand des Jägers war noch ärger. Der kam mit einem unauffälligen Auto daher, hatte kein Jagag‘wand an und auch kein Gewehr, um damit herumzuschießen. Nicht einmal grimmig dreingesehen hat der. Ich war sehr enttäuscht und das Kind auch.
Das kann so nicht weitergehen. Und gerade als ich überlege, was ich tun kann, um zu helfen, damit mein schönes Österreich nicht völlig verloren geht, fällt mein Blick auf meine Schuhe runter und die Schamesröte steigt mir ins Gesicht. „Rainboots“ steht da statt „Gummla“. Sofort beschließe ich etwas zu tun. Etwas Großes und Sinnvolles…wie erbost ins Internet schreiben.

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